Da bin ich extra den Olavsweg


…in Norwegen nicht gelaufen, weil er zu 50% über Asphalt führt, und ich in Glasgow bereits die Erfahrung gemacht hatte, dass bei mir spätestens nach zwei Stunden das Maß voll ist… Aber hier ist es tatsächlich anders. Streckenweise gibt es schon viel Asphalt – auch wegen der einen oder anderen Umleitung – aber es kratzt mich nicht so sehr. Die Füße gehen da voll mit. Juhu!

Und es ist kühler geworden, das macht es alles ein bisschen weniger anstrengend ☺️

Immer wieder begegnen mir hier Märchengestalten. Gerade vernasche ich zu schnulziger italienischer Musik einen dicken Ritter. Der ist sowas von süß, puh! Das kann länger dauern…

sogar mit Obst!

Gestern bin ich nach der Hängebrücke über die Drachenschlucht einem Drachen in den Hintern gekrochen 😱 er hat böse geschnauft und mich grollend wieder ausgespuckt.

Die Hängebrücke

Ich hatte mich ja schon ordentlich auf meinen ersten echten Badesee gefreut und stelle jetzt fest, dass es offenbar halb Hamburg und dem Rest von Deutschland und der Welt auch so erging und dass ich es unter diesen Umständen hier gar nicht mal so entspannt finde. Die Hitze ist auch weg, so ist der Drang, ins kühle Nass zu springen begrenzt.

Letzte Nacht auf dem Campingplatz (man höre und staune) war es ebenfalls nicht sonderlich entspannt. Ich hatte mir das sehr romantisch vorgestellt, mit viel frischer Luft und festem Schlaf… leider hatte das Kind im Nachbarzelt bis morgens um 4 furchtbare Bauchschmerzen, die übrigen Bewohner fuhren mit ihren Wohnmobilen und Bullis auf dem Platz spazieren und ab halb 5 fingen die Krähen an, ihr Nachtlager zu verlassen. Ich brauche ganz dringend auch einen Bulli…

Ponchotarp… bedeutet, wenn’s Zelt erstmal steht, hat man kein Poncho mehr… ob das so schlau war…

Heute schlafe ich im Büro. Ich habe mir bereits eine Überstunde dafür aufgeschrieben. : p Auf der Baustelle war ich auch schon zweimal! Samstag und Sonntag, das gibt ja normalerweise Zuschläge! Und da das illegal passiert ist (ich habe einen Umweg umgangen), hätte ich gerne auch noch eine Gefahrenzulage 😂

Nee, nach der Nacht brauche ich erstmal Schlaf und meine Ruhe. Die nächste Etappe ist schwer und da ich gestern zwei gelaufen bin, habe ich etwas Zeit und war heute nur shoppen 🤭 Und dann war ich zu faul, alle Hotels im Ort abzutelefonieren und hab auf Airbnb was gefunden. Büro 1 steht auf dem Schlüsselbund und die Schlafcouch ist heute Nacht meine, wenn nicht die Polizei noch kommt und den kleinen Bruder von „Thomas“ verhaftet, der sich mit illegalen Machenschaften ein paar Euro dazu verdient?! So unorganisiert wie das hier läuft, würde es mich nicht wundern. Eben hat er mir statt frischer Bettwäsche (das Bett ist noch bezogen – sozusagen noch halb bewohnt) noch so’ne fleckige Unterlage gebracht und ein Handtuch, dass ok aussieht aber komisch riecht. Überpflegt ist es jedenfalls nicht, war wohl auch lange keiner hier, jedenfalls nicht zum putzen… aber zum Schlafen habe ich ja zum Glück noch meinen Schlafsack. Dusche gibt’s auch und gaaanz wichtig: Fenster und Türen lassen sich schließen!

Für morgen habe ich mir eine der beiden Notmatratzen auf dem Dachboden der Millstädter Hütte reserviert. Die nächste Etappe soll angeblich schwer sein (fast nur bergauf) und es gibt kaum Stationen auf dem Weg und alle haben immer dann Ruhetag, wenn ich dort vorbei komme… bisschen seltsam ist das schon…

Hoffentlich wird das mit den vielen Menschen bald wieder weniger!

So es ist 15.30 Uhr, der Akku ist alle, ich bin hungrig, müde und antriebsarm (Fakten).


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