So richtig beeindruckende Muskeln


…kann ich noch nicht entdecken, wenn ich an mir runter schaue. Wenn man von den Mopswaden mal absieht (aber die sind ja auch nicht so im direkten Blickfeld). Und gerade eben unter der Dusche, bestens in Szene gesetzt durch einen sehr großen Spiegel, musste ich leider feststellen, dass auch der Knackarsch nach acht Tagen perfekten Trainings noch auf sich warten lässt. Nun ja, man kann nicht alles haben ; ) Es liegen ja auch noch 6 Wochen vor mir.

Als ich heute morgen gegen 6 Uhr zum ersten Mal aufwachte, schlurfte ich im Dämmer noch leicht verkatert zum Klo, bis mir einfiel, dass ich die drei Bier gestern gar nicht selbst getrunken, sondern in meinem Leichtkost-Roman gelesen hatte. Sofort fühlte ich mich besser und ging zufrieden wieder ins Bett, um noch eine Runde zu schlafen.

Mit kalten Knien in eine Schlucht hinab zu steigen, ist wie selbst angesetzter Zirbenschnaps zum Frühstück. Auf leeren Magen. Deswegen halte ich mich mit Alkohol zurück. Ziemlich zumindest.

Ich glaube ja, es gibt hier zwei Sorten von Zirbe… selbst gebrannt oder selbst angesetzt (Korn, Kandis, Zirbenzapfen) aber sicher bin ich mir nicht. Meinen ersten selbst gebrannten (so habe ich es zumindest verstanden) hatte ich auf der Goldberghütte. Nach dem Abendessen wohlgemerkt, und der war richtig lecker! Deswegen musste ich schnell ins Bett, sonst hätte ich mit dem Hüttenwirt und seinem Sohn bestimmt noch einen lustigen Abend verbracht, die waren nämlich recht spendierfreudig. Den schlimmsten selbst angesetzten hatte ich vorgestern im Thalerhof. Aber die Wirtin meinte auch, der wäre noch nicht so weit. Was immer das heißt, ich konnte den nicht trinken, der hatte bestimmt 60% und den Zapfen hatte ich nachts noch auf der Zunge 😝 Beides hatte aber keine Nachwirkungen.

Im Thalerhof habe ich trotz der Getränke am Ende zwei Nächte verbracht. Als der gestrige Tag direkt mit Unwettern anfing, bot mir die Wirtin an, zu bleiben, obwohl sie am Tag zuvor noch angekündigt hatte, dass sie ausgebucht sei. Naja, war sie dann doch nicht, also blieb ich. Zwei Stunden nach dem Frühstück sah die Welt allerdings schon wieder ganz anders aus, und so beschloss ich, die erste Hälfte der 7. Etappe ohne Gepäck zu laufen. Was soll ich sagen?!? Meeegaaa!

Ich muss unbedingt noch Dinge aussortieren! Nun war die Etappe sowieso einfach, aber der Wanderführer schrieb auch etwas von „einem der schönsten Abschnitte des gesamten Trails“! Das kann ich genauso unterschreiben!

Der Stappitzer See

Nach einem kleinen Mittagessen auf der Raineralm mit Himbeersaft und Suppe bin ich durch den traumhaften Naturpark getingelt. Himmlische Ruhe unglaubliche Natur! Auf dem Rückweg habe ich mein Glück an der Badestelle auf dem (megatollen) Spielplatz versucht. Das Wasser war so kalt, dass ich es nach mehreren Anläufen maximal bis zum Knie geschafft habe! Aber in der Sonne sitzen war auch sehr schön.

Badepause am eiskalten Bach
Oh ohhhh….

Nach kurzem hin und her bin ich dann noch mit der Ankogelbahn bis auf den Berg gefahren. Wann habe ich wohl so schnell wieder die Chance, so einfach auf einen Berg zu kommen?!? Obi raufi – ummi drummi – unwieda drunner! So oder so ähnlich habe ich es mal von Einheimischen gehört 😄

Oben auf dem Berg
Das Mausoleum

Heute kam dann der zweite Teil der Etappe, ganz anders, aber nicht weniger spektakulär. Das war der Punkt mit den kalten Knien… im Laufe der Etappe wurden sie aber sehr schnell wärmer, genau wie alles andere.

Die Rabischschlucht
Die Groppensteinschlucht

Es lief so gut, dass ich vor zwölf in Obervellach ankam, das ich an einem Sonntagmittag allerdings nicht so spannend fand, dass ich bleiben wollte. Also machte ich noch die nächste Etappe zum Danielsberg, und da es im Herkules kein Zimmer für mich gab, noch weitere drei Kilometer. Und es läuft! Das ist so krass. Nachdem ich nochmal mein Wasser aufgefüllt bekommen habe, hätte ich einfach immer weiter laufen können. Aber irgendwann wollte ich auch mal ankommen.

Mit Hilfe Einheimischer hatte ich ratzfatz eine Unterkunft und schräg gegenüber ist eine Pizzeria, in der es keine Pizza ohne Knoblauch gibt 😁 und wo ich mir mein erstes Radler dieser Reise in die ausgetrocknete Birne kippe. Prost!


Eine Antwort zu “So richtig beeindruckende Muskeln”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.